»Nie wieder Krieg!« – Vom Siegesdenkmal zum Mahnmal

Europa, 24. Februar 2022:
Es herrscht wieder Krieg.

Putins Angriffskrieg auf ein souveränes Land in Europa ist bittere Realität. Die Welt ist eine andere geworden, auch hier –Krieg betrifft alle. Seit dem 24.2.2022 kann niemand mehr in Deutschland sagen, er oder sie könne sich nicht erinnern, wie Krieg entsteht und welche Folgen er hat, ganz besonders für Frauen und Mädchen.
Gerade deshalb erachten wir unsere ehrenamtliche Arbeit im Jahr 2022 für noch wichtiger als schon in den Jahren zuvor.
Im Zentrum unseres Projektes, das vor dem 24.2.22 konzipiert wurde, steht in diesem Jahr die Meinungsfreiheit, die in

Putins Russland nun mit Staatsgewalt

ausgelöscht wird. Nur für die Worte »Nie wieder Krieg!« säßen wir dort 15 Jahre in Haft!
Auch in Deutschland begann eine der fürchterlichsten Diktaturen mit dem Verbrennen und Verbieten von Büchern. Nur wenige Jahre später mündete dies in grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit und Freiheit von Bildung, Wissenschaft, Kultur und Presse ist nicht nur ein Pfeiler der Demokratie, sondern auch ein hohes Gut, dessen wir uns täglich bewusst sein sollten und das es zu bewahren gilt.



Projekt-Hintergrund

Das Löwendenkmal in Lauterbach wurde 1907 errichtet, um die Reichsgründung und vor allem den deutschen Sieg im Krieg 1870/71 zu ehren. Es ist die Manifestation der damals vorherrschenden Nationalstimmung; eine in Stein gehauene Siegesbegeisterung statt einer Be- oder Verarbeitung der Kriegsgeschehnisse. Die Folgen sollten sich noch Jahrzehnte später grausamst auswirken.
Das SI-Projekt »Nie wieder Krieg!» möchte bewusst machen, dass wieder unreflektierte, gesellschaftliche Strömungen am Werk sind, die Manifestationen suchen. Fake-News, Verschwörungstheorien, rassistische

oder antisemitische Narrative verbreiten

sich geschichtsvergessen und auf neuen Kommunikationswegen.
Vor dem Hintergrund populistischer bis hin zu rechtsextremer Tendenzen, die in zwei Jahren Pandemie sogar die Bevölkerungsmitte erreicht haben, lässt sich sagen, dass nicht nur Putins Krieg, sondern auch Geschichtsvergessenheit zu einer Gefährdung unserer Demokratie geworden ist.
Das Projekt thematisiert unsere Geschichte, um vor diesem Spiegel die aufklärende Bildung von historischem Bewusstsein als präventive Maßnahme zu fördern für ein demokratisches Miteinander in Mitmenschlichkeit, Toleranz, Gleichberechtigung, Freiheit – und Frieden.



Verhüllung
des Löwendenkmals

 

Berliner Platz, Lauterbach
1. bis 30. September 2022

SI Lauterbach-Vogelsberg wird das Löwendenkmal mit Büchern verhüllen, die während der Nazi-Diktatur 1933 bis 1945 verbrannt und verboten wurden. Die mit der Bücherverbrennung 1933 beginnende systematische Zerstörung von Meinungsfreiheit, Bildung und Kultur war der Beginn einer Folge ungeahnter und grausamster Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Rund 500 Bücher, deren Autor*innen von 1933 bis 1945 verfolgt und verfemt wurden, werden in recycelbare Folie eingeschweißt und bilden die zeitbegrenzte Hülle des Löwen.

Buchseiten aus defekten oder nicht mehr verwendbaren Büchern werden in Kindergärten, Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden und Seniorenheimen mit Friedenssymbolen versehen und bilden einen Spiegel der Generationen, der auch Teil der Verhüllung werden wird.
Mit der Verhüllung erhalten die Werke der verfemten Autor*innen neue Aufmerksamkeit: Bücher vermitteln nicht nur Inhalte, sie sind hier auch selbst ein elementarer Teil unserer Geschichte.



Rahmenprogramm während der
Verhüllungszeit im September:

 

1. bis 30. September 2022

Stadtbücherei Lauterbach:

Kooperation Öffentliche Lesung

Bücherturm
Lauterbacher Buchhandlungen

Girlanden mit gestalteten Buchseiten


»Das Buch« und »Lesezeichen«: Büchertische mit Fokus
auf verbotene und verfemte Autor*innen

 

»Das Buch« und »Lesezeichen«, Hohhaus Apotheke und Sehlöwe Optik:

Originalbilder von Künstler:innen der Region, die sich am Projekt beteiligt haben, sind in den Schaufenstern ausgestellt und können erworben werden. Ein Teil des Erlöses fließt als Spende an „Nie wieder Krieg!“.

 

Hohhausmuseum: Aufhängen des »Nie wieder Krieg!«- Banners und erläuternder Plakate über geschichtlichen Hintergrund am Hohhaus-Zaun


Mahn/Mohnblumen »Never again«: »Nie wieder Krieg« hat sich erfolgreich mit dem Projekt »Never again« von Walter Kuhn in München vernetzt. Die Mohnblumen des Künstlers sollen während des Projektes ausgestellt werden.



Veranstaltungen


Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Um Spenden wird gebeten.

 

Alle Erlöse des Projektes »Nie wieder Krieg!« gehen 2022 an das Projekt »DER KLEINE WALD VON SUZANNE NÖEL« von Soroptimist International Frankreich.
Suzanne Nöel war die erste Ärztin, die während des Ersten Weltkriegs mit Hilfe plastischer Chirurgie entscheidend dazu beitrug, verwundeten Soldaten wieder zu einem, wenigstens äußerlich, gesundetem Leben zu verhelfen. In ihrem Namen wird in der Nähe wichtiger Gedenkstätten des Schlachtfelds von Verdun ein neuer Wald gepflanzt.
Verdun liegt nur wenige Kilometer von Gravelotte und Metz entfernt. Hier fanden Schlachten im Krieg 1870/71 statt – ihre Namen finden sich im Sockel des Löwen.

Soroptimist Verein Lauterbach-Vogelsberg e.V. IBAN DE 47 518 500 79 0027161456 Sparkasse Oberhessen


Download
Flyer_NWK2022_1.pdf
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Das Projekt wird unterstützt von:


»Nie wieder Krieg!«  -  Mitmach-Kunst-Aktion des Service-Clubs
Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg e.V.

Hier gibt es Informationen zu unserem Club

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