Wenn die Hilfe abläuft: Über die dramatische Lage in Nordsyrien/Rojava

Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg lädt am Freitag, den 4. September um 19:30 Uhr zu einem Vortrag von medico international im Rahmen des Projektes „Nie wieder Krieg!“ in das Posthotel Johannesberg in Lauterbach ein.

 

Rojava – „Sonnenuntergang“ - nennt die kurdische Bevölkerung ihre Siedlungsgebiete im Nordosten Syriens. Rojava zeichnete sich durch ein friedliches Zusammenleben von Menschen verschiedenster Religionszugehörigkeiten und Ethnien aus. Erfolgreich hatte die kurdische Selbstverwaltung begonnen, ein Gemeinwesen auf der Grundlage basisdemokratischer Entscheidungsstrukturen in Politik und Ökonomie aufzubauen. Seit der türkischen Militäroperation in Nordsyrien/Rojava in 2019 sind Zehntausende geflohen.

Die humanitäre Situation vor Ort ist dramatisch. Der Krieg und das Versagen internationaler Politik machen die Errungenschaften Rojavas - Demokratie, Partizipation und Gleichberechtigung - zunichte. Erst Anfang Juli haben Russland und China ihr Veto zur UN-Resolution eingelegt, die den Zugang von UN-Hilfsgütern in die Region sichert. Das Ziel des Vetos: Jegliche Hilfe, die nach Syrien kommt, soll über Damaskus laufen und verteilt werden. Eine einfache Strategie, um Assads Position zu festigen. Denn die Resolution regelte die grenzüberschreitende Hilfe für die Regionen in Syrien, die nicht unter Kontrolle des Assad-Regimes stehen. Die Anrufung an die EU – seit 1. Juli hat die deutsche Bundesregierung die Ratspräsidentschaft inne – ist jetzt folgerichtig und wichtig, denn sie könnte handeln.

Internationale Hilfsorganisationen warnten vor Kurzem vor einer drohenden Hungerkatastrophe in Syrien. Hinzu kommt die anhaltende Corona-Pandemie. Es gibt weder genug Testmöglichkeiten noch Beatmungsgeräte, ganz zu schweigen von den hygienischen Bedingungen. Die humanitäre Hilfe in Nordostsyrien, wo knapp eine Million intern vertriebene Menschen in fünfzehn Flüchtlingscamps bzw. informellen Siedlungen leben, ist absolut prekär und wird sich so weiter verschlechtern. Auch in Idlib im Nordwesten Syriens leben etwa 3 Millionen Flüchtlinge in elenden Flüchtlingslagern und sind auf Hilfsgüter dringend angewiesen.

Was zurzeit bleibt, ist die solidarische Unterstützung der Nothilfe, denn der Hilfsbedarf ist riesig. medico international unterstützt Partnerorganisationen vor Ort bei der Versorgung von Flüchtlingen und versucht, den Betrieb in Krankenhäusern und Flüchtlingscamps aufrecht zu erhalten.

Anita Starosta, Historikerin und Mitarbeiterin von medico international, wird über die aktuelle Lage und deren Hintergründe berichten. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion. Musikalisch wird der Abend von Mukdad Mohamed und Idris Ali Karro umrahmt, die zugunsten des Projektes in Rojava auf ihre Gage verzichten.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende für medico international wird gebeten.

 

Da wegen der aktuellen Pandemie-Auflagen nur 50 Plätze verfügbar sind, wird eine Voranmeldung empfohlen: praesidentin@si-club-lauterbach-vogelsberg.de oder telefonisch 0157/552 70 504.

 

Foto: medico international

»Nie wieder Krieg!«  -  Mitmach-Kunst-Aktion des Service-Clubs Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg e.V.

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